Berliner Typen in Typografie: Futura

Die Futura stammt von Paul Renner und ist der Prototyp einer geometrischen (konstruierten) serifenlosen Linear-Antiqua. Fast kreisförmige Rundungen und die gleichmäßigen Strichstärken sorgen für ihren speziellen Ausdruck. Der Font wurde 1927 im ersten Schriftmusterblatt der Bäuerchen Gießerei veröffentlicht und hat im 20. Jahrhundert große Popularität erlangt. Auch bei Volkswagen und Ikea hatte sie eine zeitlang ihren Auftritt – leicht modifiziert im Corporate Design! 

Reduziert bis spartanisch, eindringlich und kraftvoll, so wird die Futura gerne charakterisiert. Für typeofberlin hat uns dieser Font zu einer wahrhaften Kämpfernatur inspiriert. So ein Typ verliert vermutlich nie aus den Augen, was (ihm) wichtig ist. Aufgeben oder klein beigeben? Rückzug oder gar verstecken? Alles keine Option. Ganz im Gegenteil. Dranbleiben und weitermachen.

Power ist ansteckend! Typisch Berlin?

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Mal ehrlich …

Eigentlich ist der Berliner ein Auslaufmodell. Wenn wir also bei typeofberlin nach Berliner Typen suchen, dann geht es uns um ein Lebensgefühl, etwas, dass es nur hier in dieser Stadt gibt. Die meisten, die in Berlin leben, kommen ursprünglich auch gar nicht aus einer Großstadt. Was sie in der Stadt suchen ist Freiheit, Veränderung, eine eigene Identität. Aber auch das hat in Berlin seine Grenzen. Denn hier lebt man im Kiez und Kiez heißt Identifikation und Zugehörigkeit. Wer nicht passt, wird passend gemacht … oder sieht sich über kurz oder lang nach einem neuen Kiez um.

Mobilität als Lebenskonzept. In Berlin funktioniert es, im Kleinen wie im Großen. Hier kannst Du ankommen, bleiben und genauso auch wieder verschwinden. Nur stehenbleiben ist in Berlin so gut wie unmöglich. Die Stadt ist Bewegung und Du bist mittendrin. Manchmal kommen hier selbst die Schnellsten nicht mehr mit.

Berliner sein ist keine Frage der Geburt

Das findet zumindest Deborah Feldmann, die ursprünglich aus New York stammt und in Berlin derzeit ihre Heimat gefunden hat. Im Interview mit Susanne Kippenberger und Julia Prosinger liefert sie uns eine fabelhafte Definition des Berliners. „Berliner zu sein ist keine Frage der Geburt. Es sind eher gewisse Eigenschaften, die einen dazu machen: Widerstand gegen Autorität, frei sprechen und denken, frei Kunst fertigen, Antikapitalismus, Immaterialismus, Antiausbeutung. Berliner Geist hat mit Veränderung zu tun. Ich kenne Menschen, die in den letzten Jahren ihre Meinung völlig gewandelt haben. Die bereit waren, sich überzeugen zu lassen. Die einzige Regel ist, dass sich alles bewegt. Du darfst alles, musst nichts. Du bist absolut frei.“ (Sonntag im Tagesspiegel, 1. Oktober 2017)