Berliner Typen in Typografie: Avenir

Die Avenir ist ein Font von Adrian Frutiger und eine Linear-Grotesk. Sie ist 1988 entstanden, also knapp 30 Jahre alt und gilt laut Linotype noch immer als „schöne Unbekannte“. Seit 2004 gibt es die Avenir Next. Sie bietet dem Designer eine Vielzahl weiterer Schriftstärken. Ursprünglich gab es nur drei! Der Typograph Frutiger verstand den Font als Gegenstück zur Futura (Paul Renner) und zur Avant Garde (Herb Lubalin). 

Bei typeofberlin ist „schöne Unbekannte“ nicht als Alternative zu etwas gedacht. Mit diesem Font möchten wir auf den Ursprung des Projekts verweisen. Nicht umsonst wurde es mit einer Schrift begonnen, die sich besonders lesbar, lebendig und menschlich gibt. Der Start mit der Avenir ist durchaus so gemeint wie er klingt …

Wir gucken Zukunft! Typisch Berlin?

  • tob_FB-Avenier
  • typeofberlin-Type-Avenier
  • typeofberlin-Avenir2
  • typeofberlin-stayunique-Avenier
  • Kalender typeofberlin, Type of Berlin

Wie ist der Berliner? Wer ist ein Berliner?

Fangen wir vor der Zukunft doch mal mit der Vergangenheit an. Schon im 19. Jahrhundert war man sich darüber einig, dass der Berliner es in sich hat und in jede Richtung „ausschlägt“.

„Nach statistischen Berechnungen fließt in den Adern der Berliner 37 Prozent germanisches, 39 Prozent romanisches und 24 Prozent slawisches Blut. Aus dieser Mischung und den gegebenen Verhältnissen entwickelte sich mit der Zeit der eigentümliche Typus des Berliners, der all die guten und schlechten Eigenschaften der verschiedenen Nationalitäten, Rassen und Stämme in sich vereint …

Zu nennen sind die „Ausdauer, Zähigkeit und Gemütlichkeit des Deutschen, aber auch das Phlegma, die Schwerfälligkeit und Rechthaberei des Germanen; die Tapferkeit, Leichtlebigkeit und den Esprit des Franzosen, aber auch gallische Heißblütigkeit, Eitelkeit, Großsprecherei und Rauflust; die Anstelligkeit, Sprachfertigkeit und schnelle Fassungsgabe der Slawen, aber auch ihre Sorglosigkeit, Launenhaftigkeit und Genußsucht. Von Natur ist der Berliner gutmütig, leicht gerührt, in hohem Grad wohlthätig und unter Umständen großer Opfer fähig. Dagegen ist er ebenso leicht aufbrausend, zum Streit geneigt, rechthaberisch und spottsüchtig. Er kann keinen guten oder schlechten Witz unterdrücken …“

Quelle: Autorenkollektiv: Meyers Konversationslexikon. 2. Band: Atlantis – Blatthornkäfer. Vierte Auflage. Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien 1885–1892, S. 756

Weitere Infos hier.